FRÜHKINDLICHE BILDUNG IN SACHSEN

Unter frühkindlicher Bildung versteht man die Bildung und Förderung, die ein Kind bis zu seinem sechsten Lebensjahr bzw. seinem Schuleintritt bekommen sollte. Die Frühkindliche Bildung legt den Grundstein für die folgende Bildung und Entwicklung des Kindes und soll Kompetenzen vermitteln, die eine erfolgreiche Bildungskarriere in der Schule ermöglichen.

BETREUUNGSARTEN

Kinderbetreuung ist die Beaufsichtigung eines oder mehrerer Kinder für einen gewissen Zeitraum durch eine andere Person als die Erziehungsberechtigten. Die Kinderbetreuung in einer Kindertageseinrichtung bzw. in einer Kindertagespflegestelle wird von ausgebildeten Personen geleistet.
Kitas sind Krippen, Kindergärten und Horte. Kita ist die Kurzform für Kindertagesstätte.
  • Krippe: Speziell als Krippe gilt eine Einrichtung, die Säuglinge und Kleinkinder ab 3 Monaten bis zu 3 Jahren, halb oder ganztags betreut.
  • Kindergarten: Speziell als Kindergarten gilt eine Einrichtung, die Kinder ab 3 -6 /7Jahren (bis Schuleintritt), halb oder ganztags betreut.
  • Hort: Speziell als Hort gilt eine Einrichtung die schulpflichtige Kinder bis zur Vollendung der vierten Klasse, halb oder ganztags betreut.
Kindertagespflege bezeichnet die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren bei einer Kindertagespflegeperson.
  • Tagesmutter/Tagesvater ist eine "Tagespflegeperson". Sie betreut die Kinder außerhalb des Haushalts des Erziehungsberechtigten, während eines Teils des Tages oder ganztags.
Mehr Informationen finden Sie hier

TRÄGERVIELFALT

Jede Kindertageseinrichtung hat einen Träger. Dieser hat die Gesamtverantwortung für das Personal, für die Räumlichkeiten als auch für die Beachtung der gesetzlichen Vorgaben.
  • Kirchengemeinde (evangelische oder katholische). Ihre pädagogische Konzeption ist zumeist von christlichen Werten geprägt.
  • Wohlfahrtsverbände wie Arbeiterwohlfahrt, Diakonie und Caritas, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Volkssolidarität, die ihr Handeln an ihren religiös, humanitär bzw. politisch ausgerichteten Überzeugungen orientieren.
  • Elterninitiativen betreiben oft Kindertageseinrichtungen mit einer besonderen pädagogischen Konzeption (z.B.: Waldorf, Montessori, Reggio usw.). Aufgrund der Selbstverwaltung fallen hier häufig zusätzliche Aufgaben und Kosten für die Eltern an.
Das sind die Einrichtungen der Stadt oder des Landkreises. Sie werden von offizieller Seite betreut und verwaltet. Die pädagogische Konzeption der Kindetagesstätte ist durch den Träger nicht vorgegeben und kann sich von Einrichtung zu Einrichtung stark unterscheiden.
Diese verlangen häufig hohe Elternbeiträge, was sie mit bedarfsgerechten Öffnungszeiten, besseren Rahmenbedingungen (z.B. kleinere Gruppen) und besonderen Angeboten (z.B. bilinguale Betreuung) rechtfertigen.
Unternehmen betrachten die Kindertagesbetreuung oft als Sozialleistung für ihre Mitarbeiter/innen. Deshalb sind Betriebskindertageseinrichtungen relativ kostengünstig. Einfluss auf die pädagogische Konzeption wird kaum ausgeübt; einige Betriebe haben aber einen Schwerpunkt z.Bsp. auf die naturwissenschaftlich-technische Bildung gesetzt.
Obwohl viele Kindertageseinrichtungen ganz eigene inhaltliche oder pädagogische Schwerpunkte haben, die Grundlage für die pädagogische Arbeit ist der Sächsische Bildungsplan.

PÄDAGOGISCHE KONZEPTE

Die Träger einer Einrichtung sollen nach §22a des KiföG eine pädagogische Konzeption für die jeweilige Einrichtung entwickeln und diese auch umsetzen. Eine pädagogische Konzeption ist die verbindliche Grundlage für die pädagogische Arbeit in einer Kindertageseinrichtung, welche zumindest auf den Homepages der Kitas ersichtlich sein sollte.
Das offene Konzept hat keine festen Gruppen. Die Kinder können sich in allen Räumen frei bewegen. Jeder Raum hat ein eigenes Thema. Es gibt Bastelräume, Werkstätten, Sporträume und viele mehr. Durch die Entscheidungsfreiheit, kann das Kind selbst entscheiden, wo, was und mit wem es Zeit verbringen möchte. Erwachsene vertrauen auf die Entwicklungspotenziale von Kindern und dass Kinder in selbstinitiierten, -gesteuerten und -geregelten Situationen optimale Lernvoraussetzungen für ihre persönliche Entwicklung finden können. Erwachsene befinden sich dabei in der Rolle als Begleiter, Lernpartner, Zuhörer, Unterstützer, Berater, Resonanzgeber und Coach. Wichtig ist eine gut vorbereitete Umgebung, gute Ausstattung und ausreichende Spiel-, Gebrauchs- und Beschäftigungsmaterialien (auch Werkzeuge).
In integrativen Kindergärten gibt es integrative Gruppen. Die Einrichtungen nehmen behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam in ihre Gruppen auf. Die Kinder sollen dadurch voneinander lernen. In Gruppen mit integrierten Kindern stehen Rücksicht und Toleranz im Mittelpunkt. Ein Kind mit Behinderung wird folglich nicht ausgegrenzt, sondern von allen eingebunden und gleichermaßen gewertschätzt. Im integrativen Kindergarten ist eine besondere Personalstruktur erforderlich. Der Personalschlüssel wird so berechnet, dass auf weniger Kinder mehr Pädagogen entfallen. Eine spezielle Ausbildung für Erzieher und Pädagogen in integrativen Kindergärten ist obligatorisch.
Im Kneipp Kindergarten, wird gesundheitsbewusstes Verhalten und die Eigenverantwortung für die Gesundheit am Vorbild gelernt. Jeder Kneipp-Kindergarten stützt seine pädagogische Arbeit auf die fünf Säulen des ganzheitlichen Gesundheitskonzepts: Wasser, Bewegung, Ernährung, Kräuter und Lebensordnung. Der spielerische Umgang mit Wasser soll Kinder begeistern. Sie lernen, dass Wasser ausgleichend und belebend wirken kann. Die zweite Säule Bewegung, beinhaltet Bewegungstraining zur Kräftigung der Muskeln und soll helfen die Körperhaltung zu verbessern. Auch das Thema Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil der Kneipp-Pädagogik. Die Kinder lernen nicht nur, dass man sich gesund und ausgewogen ernähren soll und wie das gelingen kann, sondern auch wie das Essen selber zubereitet werden kann. Die Säule Kräuter und Heilpflanzen beinhaltet, dass die Kinder mit wichtigen Kräutern und Heilpflanzen bekannt gemacht werden und erfahren wie man diese sammeln, trocknen und verarbeiten kann. Im Kneipp Kindergarten lernen die Kinder auch wie die gesunde Lebensordnung alles im Gleichgewicht hält. Es wird versucht, alle Aktivitäten ausgewogen und in einem harmonischem Zusammenspiel anzubieten. Die Einrichtungen stehen meist unter freier Trägerschaft.
Mehr Informationen über die pädagogischen Konzepte finden Sie hier.

ANMELDEVERFAHREN

Ab dem ersten Lebensjahr haben Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Allgemeine Informationen über die Anmeldung in einer Einrichtung in kommunaler Trägerschaft, Voraussetzungen, Verfahrensablauf usw. finden Sie hier.
Die Anmeldung für einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung bzw. in einer Kindertagespflegestelle erfolgt auch online über das Elternportal. Mehr Informationen finden Sie hier.

BERATUNG- UND VERMITTLUNGSSTELLEN

Kontaktdaten der Beratungs- und Vermittlungsstellen für Kindertagesbetreuung finden Sie hier
Kontaktdaten der Beratungs- und Vermittlungsstellen für Kindertagespflege finden Sie hier
Kontaktdaten der Beratungs- und Vermittlungsstellen für Kindertagesbetreuung und Kindertagespflege finden Sie hier
Kontaktdaten der Beratungs- und Vermittlungsstellen für Kindertagesbetreuung finden Sie hier
Kontaktdaten der Beratungs- und Vermittlungsstellen für Kindertagespflege in Radebeul, Moritzburg, Radeburg, Coswig, Lommatzsch, Diera-Zehren, Weinböhla und Niederau finden Sie hier

Für die Information, Fachberatung, Fachvermittlung und -begleitung für Kindertagespflege in anderen Orten des Landkreises Meisen wenden Sie sich direkt an die Kommunen.
Kontaktdaten der Beratungs- und Vermittlungsstellen für Kindertagesbetreuung und Kindertagespflege finden Sie hier oder wenden Sie sich direkt an die Kommunen.

SÄCHSISCHER BILDUNGSPLAN

Der Sächsische Bildungsplan ist ein Leitfaden für pädagogische Fachkräfte in Krippen, Kindergärten und Horten sowie für die Kindertagespflege.
Inhaltliche Information zum Sächsischen Bildungsplan finden Sie hier.
Elternbegleithefte zum Sächsischen Bildungsplan in 11 Sprachen finden Sie hier.

INTERKULTURELLE ARBEIT. BEST-PRACTICE-BEISPIELE

KITA Biopolis

KITA Biopolis befindet sich im Stadtteil Johannstadt in Dresden. Die Einrichtung verfügt über 110 Plätze. In KITA Biopolis sind Familien aus der ganzen Welt, von Australien bis Indien willkommen. Über ein Drittel der Kinder wächst mehrsprachig auf.

KITA Biopolis ist ein Ort der Begegnung mit der Gesellschaft in seiner gesamten Vielfalt. Hier erfahren Kinder zahlreiche Schlüsselerlebnisse und treffen auf Selbstverständlichkeiten im sozialen Miteinander und eine besondere Form der Wertschätzung.

Interkulturelle Arbeit

mit Kindern:
„Jedes Kind ist willkommen, jedes Kind wird gebraucht und jedes Kind kann zum gemeinsamen Tun etwas Unterschiedliches und Bedeutsames beitragen. Jedes Kind ist verschieden, denkt und lernt anders und bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit. Diese wunderbare Vielfalt begreifen wir als Chance und große Ressource.“ – KITA Biopolis
Im Rahmen der interkulturellen Arbeit ist es für Kita Biopolis bedeutsam, dass das Team die Selbstbestimmung der Kinder in ihrer sprachlichen und kulturellen Identität fördert, die Kinder ermutigt ihre Erstsprache mit einzubringen bzw. ihre Mehrsprachigkeit als Ressource für das Kita-Team zu begreifen. Alle Kinder in der Einrichtung sammeln aktiv Erfahrungen in den verschiedensten Sprachen, erfahren und erleben andere Kulturen.
„Dies gelingt wunderbar, in dem wir z.B. verschiedene Erfahrungswelten und unbekannte Lebensräume außerhalb der KITA den Kindern durch Ausflüge und Erkundungen zugänglich machen. Außerdem bieten wir Leserunden an, welche die verschiedenen Sprachen durch Bewegung, Singen, Tanzen, Bilder und Gegenstände in Verbindung bringen und veranschaulichen. Wir führen Projekte durch, bei denen wir uns in den unterschiedlichsten Sprachen begrüßen, zählen oder Spiele spielen, sowie traditionelle Feste (wie Baba Marta, Halloween, Thanksgiving u.v.m.) aus vielen Ländern feiern.“ – KITA Biopolis
Die mehrsprachigen Pädagogen verwenden ihre eigene Erstsprache und durch das Sprechen im Alltag, bei Spielen, beim Singen und Bewegen, beim Vorlesen und in Gesprächen mit den Kindern, teilen sie ihre Sprache auf natürliche Weise mit.

mit Eltern:
Die Eltern sind sehr gern in den KITA-Alltag eingebunden und durch gemeinsame Aktivitäten, bei Ausflügen und Festen eingeladen teilzuhaben. Elternabende werden in Deutsch und Englisch angeboten. Für die Aushänge und die Elterngespräche wird ggf. der Gemeinde-Dolmetscherdienst bestellt. Das KITA-Team hilft den Familien gern bei der Kontaktaufnahme zu anderen Familien und unterstützt bei Beratungs-und Vernetzungsbedarf entsprechend.

Kontaktdaten
KITA Biopolis,
Pfotenhauerstraße 38
01307 Dresden
Tel.: 0351 2104433
E-Mail: biopolis@sozialakademie.info
Ansprechpartnerin/Leitung: Jana Helfsgott-Kippe, Diplom-Sozialpädagogin, systemische Familientherapeutin
Ansprechpartner Interkulturelle Arbeit: Kieron Cook, Diplom-Sozialpädagoge

Mehr Information über KITA Biopolis erfahren Sie unter: www.sozialakademie.info/biopolis